Berühmte Frauen

12 berühmte Frauen, die jeder kennen sollte

Von Noah Daniels · 30. Juni 2026

Geschichte wird oft als Reihe großer Männer erzählt. Doch zwischen ihnen, manchmal im Schatten und manchmal weit voraus, stehen berühmte Frauen, die Geschichte geschrieben haben – nicht, weil sie Frauen waren, sondern weil sie Mathematik, Musik, Macht und Mut neu definiert haben. Die folgenden zwölf reichen vom mittelalterlichen Kloster bis zur ersten Idee eines Computerprogramms. Manche kennt jeder dem Namen nach, ohne zu wissen, was sie geleistet haben. Andere kennt kaum jemand, obwohl ihre Spuren bis heute reichen. Was sie verbindet: Ein Name allein wird ihnen nicht gerecht – erst die Geschichte dahinter macht sie unvergesslich.

Überblick: Die 12 Frauen auf einen Blick

Berühmte FrauBekannt für
Hildegard von BingenMittelalterliche Universalgelehrte – Medizin, Musik & Theologie
Jeanne d’ArcFranzösische Nationalheldin im Hundertjährigen Krieg
Maria TheresiaHabsburger Herrscherin & Reformerin
Katharina die GroßeKaiserin von Russland
Émilie du ChâteletMathematik & Physik – Newton-Übersetzerin
Jane AustenRomanliteratur – „Stolz und Vorurteil"
Clara SchumannPianistin & Komponistin der Romantik
Ada LovelaceErste Programmiererin
Frida KahloMalerei – Selbstporträts
Sophie SchollWiderstand gegen das NS-Regime
Queen VictoriaNamensgeberin des viktorianischen Zeitalters
Elisabeth II.Längste Regentschaft der britischen Geschichte

Hildegard von Bingen (1098–1179)

Im 12. Jahrhundert, einer Zeit, in der Bildung Männern vorbehalten schien, war Hildegard von Bingen Äbtissin, Komponistin, Heilkundige und Gelehrte zugleich. Sie verfasste theologische Werke, dokumentierte Heilpflanzen und Naturbeobachtungen und schrieb geistliche Gesänge, die zu den frühesten namentlich überlieferten Kompositionen der Musikgeschichte zählen. Ihre Schriften zur Heilkunde wurden über Jahrhunderte gelesen, ihre Musik wird bis heute aufgeführt. 2012 erhob die katholische Kirche sie zur Kirchenlehrerin – eine Auszeichnung, die nur einer Handvoll Menschen zuteilwurde. Hildegard ist das früheste Beispiel auf dieser Liste dafür, dass intellektuelle Breite kein Phänomen der Moderne ist.

Jeanne d’Arc (1412–1431)

Eine Bauerntochter, die im Hundertjährigen Krieg ein französisches Heer anführte – und das mit siebzehn. Jeanne d’Arc berief sich auf göttliche Eingebungen und überzeugte den französischen Hof, ihr die Führung im Entsatz von Orléans 1429 anzuvertrauen. Der Sieg wendete das Blatt des Krieges. Zwei Jahre später wurde sie gefangen genommen, in einem politischen Prozess als Ketzerin verurteilt und mit neunzehn Jahren auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Knapp fünf Jahrhunderte später sprach die Kirche sie heilig. Ihr Name steht bis heute für den unwahrscheinlichen Mut eines Menschen, dem niemand Macht zugetraut hätte.

Maria Theresia (1717–1780)

Vierzig Jahre lang regierte Maria Theresia die Habsburgermonarchie – als einzige Frau, die je über die habsburgischen Erblande herrschte. Ihre Thronfolge löste einen europäischen Krieg aus; sie behauptete sich gegen eine Übermacht von Gegnern und reformierte anschließend ihr Reich von Grund auf. Unter ihr entstand die allgemeine Schulpflicht, die Verwaltung wurde modernisiert, das Steuerwesen neu geordnet. Nebenbei brachte sie sechzehn Kinder zur Welt, von denen eines als Marie-Antoinette in die Geschichte einging. Maria Theresia verband Machtpolitik und Reformwillen auf eine Weise, die ihre Zeit prägte.

Katharina die Große (1729–1796)

Geboren als deutsche Prinzessin, wurde sie zur mächtigsten Frau Russlands. Katharina kam 1762 durch einen Staatsstreich gegen ihren eigenen Ehemann an die Macht und regierte das Russische Reich vierunddreißig Jahre lang – länger als jede andere Frau in der russischen Geschichte. Sie dehnte das Reich nach Süden und Westen aus, förderte Künste und Wissenschaften und korrespondierte mit den führenden Denkern der Aufklärung wie Voltaire und Diderot. Ihre Herrschaft war geprägt von Widersprüchen: aufgeklärte Ideale und harte Machtpolitik nebeneinander. Unbestritten ist, dass sie Russland als europäische Großmacht etablierte.

Émilie du Châtelet (1706–1749)

Die französische Mathematikerin und Physikerin übersetzte Isaac Newtons „Principia" ins Französische – ihre Übersetzung gilt bis heute als die maßgebliche. Doch du Châtelet war mehr als Übersetzerin: Sie kommentierte, korrigierte und erweiterte Newtons Werk und lieferte eigene Beiträge zur Physik der Energie, die spätere Konzepte der kinetischen Energie vorwegnahmen. In einer Zeit, in der Frauen der Zugang zu Akademien verwehrt war, arbeitete sie auf Augenhöhe mit den führenden Naturforschern. Sie starb mit dreiundvierzig, kurz nach der Geburt ihres Kindes – ihr wissenschaftliches Werk wurde erst lange danach in vollem Umfang gewürdigt.

Jane Austen (1775–1817)

Zu ihren Lebzeiten erschienen ihre Romane anonym, der Verkaufserfolg blieb überschaubar. Heute zählt Jane Austen zu den berühmtesten Schriftstellerinnen der Welt und zu den meistgelesenen Autorinnen der englischen Sprache. „Stolz und Vorurteil", „Verstand und Gefühl" und „Emma" sezieren mit Ironie und scharfer Beobachtungsgabe die Gesellschaft des englischen Landadels – und besonders die wenigen Wege, die Frauen darin offenstanden. Austens Präzision in Sprache und Charakterzeichnung machte sie zur Wegbereiterin des modernen Romans. Zwei Jahrhunderte später werden ihre Bücher unverändert gelesen, verfilmt und neu interpretiert.

Clara Schumann (1819–1896)

Als Pianistin gefeiert, als Komponistin lange übersehen: Clara Schumann war eine der bedeutendsten Musikerinnen des 19. Jahrhunderts. Über eine Konzertkarriere von mehr als sechs Jahrzehnten prägte sie, wie wir heute ein Klavierkonzert erleben – etwa indem sie Werke auswendig und ohne Notenblatt spielte, was damals ungewöhnlich war. Sie komponierte eigene Stücke, förderte den jungen Johannes Brahms und hielt nach dem frühen Tod ihres Mannes Robert die Familie und sein Werk zusammen. Ihr eigenes Schaffen wird erst seit wenigen Jahrzehnten wieder ernsthaft entdeckt.

Ada Lovelace (1815–1852)

Mehr als hundert Jahre vor dem ersten Computer beschrieb Ada Lovelace, wie eine Maschine mehr könnte als nur rechnen. In ihren Notizen zu Charles Babbages „Analytical Engine" formulierte sie, was vielfach als das erste Algorithmuskonzept für eine Maschine gilt – eine Schritt-für-Schritt-Anweisung, die ein Gerät hätte ausführen können. Vor allem erkannte sie, dass eine solche Maschine nicht nur Zahlen, sondern auch Symbole verarbeiten und damit etwa Musik erzeugen könnte – eine Idee, die der Informatik weit vorauseilte. Die Tochter des Dichters Lord Byron verband mathematische Strenge mit Vorstellungskraft. Sie starb mit sechsunddreißig, lange bevor ihre Ideen technisch umsetzbar waren. Heute gilt sie als eine der berühmtesten Frauen der Informatik.

Frida Kahlo (1907–1954)

Ihr Werk ist unverkennbar: intensive Selbstporträts, in denen sich körperlicher Schmerz, mexikanische Volkskunst und persönliche Mythologie verbinden. Ein Verkehrsunfall in ihrer Jugend zeichnete Frida Kahlo lebenslang und wurde zum wiederkehrenden Motiv ihrer Malerei. Sie schuf ein Werk von kompromissloser Direktheit, das sich keiner Strömung unterordnete. Lange als Randfigur neben ihrem Mann Diego Rivera betrachtet, gilt sie heute als eine der eigenständigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts – und als Symbol für die Verwandlung von Schmerz in Ausdruck.

Sophie Scholl (1921–1943)

Mit Anfang zwanzig setzte Sophie Scholl ihr Leben aufs Spiel, um gegen das NS-Regime aufzustehen. Als Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose" verteilte sie an der Münchner Universität Flugblätter, die zum Widerstand gegen die Diktatur aufriefen. 1943 wurde sie verhaftet und wenige Tage später hingerichtet – sie wurde nur einundzwanzig Jahre alt. Ihr Mut und ihre Klarheit in den Verhörprotokollen machten sie zu einer der bekanntesten Frauen der deutschen Geschichte und zu einer Symbolfigur des Widerstands. Ihr Name steht für die Entscheidung, das Richtige zu tun, auch wenn es alles kostet.

Queen Victoria (1819–1901)

Sie gab einem ganzen Zeitalter ihren Namen. Über dreiundsechzig Jahre regierte Victoria das Vereinigte Königreich – eine Epoche tiefgreifenden Wandels durch Industrialisierung, wissenschaftlichen Fortschritt und imperiale Expansion. Mit achtzehn Jahren bestieg sie den Thron und wurde zur Symbolfigur einer Ära, die bis heute „viktorianisch" heißt. Ihr Einfluss reichte über Politik hinaus bis in gesellschaftliche Normen und das Selbstverständnis eines Empires, das einen Großteil der Welt umspannte. Lange war sie die am längsten regierende britische Monarchin – bis eine andere Frau auf dieser Liste sie übertraf.

Elisabeth II. (1926–2022)

Siebzig Jahre auf dem Thron – keine andere britische Monarchin und kein anderer Monarch regierte länger. Elisabeth II. wurde 1952 Königin und blieb es durch eine Zeit beispiellosen Wandels: vom Ende des Empire über den Kalten Krieg bis ins digitale Zeitalter. Fünfzehn britische Premierminister dienten unter ihr. In einer von Umbrüchen geprägten Welt verkörperte sie Kontinuität und stille Pflichterfüllung. Als sie 2022 starb, hatten die allermeisten Menschen nie eine andere Königin gekannt. Sie übertraf Queen Victorias Rekord und schloss damit eine fast zweihundertjährige Klammer der britischen Geschichte.

Häufige Fragen (FAQ)

Wer war die erste Programmiererin?

Ada Lovelace. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieb sie zu Charles Babbages „Analytical Engine" das, was vielfach als das erste Algorithmuskonzept für eine Maschine gilt – mehr als hundert Jahre vor dem ersten Computer.

Welche berühmte Frau führte ein Heer an?

Jeanne d’Arc. Mit siebzehn Jahren übernahm sie 1429 im Hundertjährigen Krieg die Führung im Entsatz von Orléans und wendete damit den Kriegsverlauf zugunsten Frankreichs.

Welche berühmten Frauen stammen aus Deutschland?

Zu den bekanntesten zählen Hildegard von Bingen, Clara Schumann und Sophie Scholl. Auch Katharina die Große wurde als deutsche Prinzessin geboren, bevor sie Kaiserin von Russland wurde.

Wer war die am längsten regierende britische Königin?

Elisabeth II. mit siebzig Jahren auf dem Thron (1952–2022). Sie übertraf den bisherigen Rekord von Queen Victoria, die über dreiundsechzig Jahre regierte.

Welche berühmten Wissenschaftlerinnen gibt es?

Beispiele aus dieser Auswahl sind Émilie du Châtelet, die Newtons Werk ins Französische übersetzte und zur Physik der Energie beitrug, sowie Ada Lovelace als Pionierin eines frühen Programmierkonzepts.

Zwölf Namen, zwölf Geschichten – und die Erkenntnis, dass ein Name selten genügt. Was diese Frauen verbindet, ist nicht das Porträt allein, sondern das Porträt zusammen mit dem, wofür es steht.

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